Tim Mälzer verrät seinen Trick für das perfekte Osterlamm aus dem Ofen

Tim Mälzer verrät seinen Trick für das perfekte Osterlamm aus dem Ofen

Der Starkoch Tim Mälzer hat sich einen Namen gemacht, wenn es darum geht, klassische Gerichte mit cleveren Kniffen auf ein neues Level zu heben. Sein Osterlamm aus dem Ofen ist keine Ausnahme. Während viele Hobbyköche vor der Zubereitung von Lammfleisch zurückschrecken, zeigt der Hamburger Küchenchef, dass mit der richtigen Technik ein zartes, aromatisches Ergebnis garantiert ist. Der entscheidende Trick liegt in der Kombination aus langsamer Garung und präziser Temperaturkontrolle. Diese Methode verwandelt selbst einfache Lammstücke in ein festliches Hauptgericht, das Gäste beeindruckt und gleichzeitig überraschend unkompliziert in der Umsetzung ist.

Für diese Interpretation des österlichen Klassikers setzt Mälzer auf eine Lammkeule, die durch eine würzige Marinade und eine geschickte Ofentechnik perfekt saftig wird. Das Geheimnis besteht darin, das Fleisch zunächst bei hoher Hitze anzubräten und anschließend bei niedriger Temperatur langsam zu garen. So entsteht eine knusprige Kruste, während das Innere rosa und zart bleibt. Diese Reportage führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess und liefert alle Details, die Sie für ein gelungenes Osteressen benötigen.

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Marinade

Beginnen Sie damit, die Knoblauchzehen zu schälen und fein zu hacken. Zupfen Sie die Blättchen von Rosmarin und Thymian ab und hacken Sie diese ebenfalls klein. In einer Schüssel vermischen Sie nun das Olivenöl mit dem gehackten Knoblauch, den Kräutern, dem Dijon-Senf, dem Honig, dem Saft der Zitrone sowie dem Piment d’Espelette. Würzen Sie diese Mischung großzügig mit Meersalz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer. Diese aromatische Paste ist der Schlüssel zu einem intensiven Geschmack.

2. Lammkeule vorbereiten

Tupfen Sie die Lammkeule mit Küchenpapier trocken, denn nur trockenes Fleisch entwickelt später eine schöne Kruste. Massieren Sie nun die vorbereitete Marinade gründlich in das Fleisch ein und achten Sie darauf, dass alle Seiten gleichmäßig bedeckt sind. Wenn die Keule sehr ungleichmäßig geformt ist, können Sie sie mit Küchengarn zu einer kompakten Form binden. Das Binden sorgt dafür, dass das Fleisch gleichmäßig gart. Lassen Sie das marinierte Fleisch idealerweise für 2 Stunden bei Raumtemperatur ruhen, damit die Aromen gut einziehen können.

3. Anbraten bei hoher Hitze

Heizen Sie Ihren Backofen auf 220 Grad Celsius vor. Erhitzen Sie den Bräter auf dem Herd bei starker Hitze und geben Sie einen Schuss Olivenöl hinein. Sobald das Öl heiß ist und leicht zu rauchen beginnt, legen Sie die Lammkeule hinein. Braten Sie das Fleisch von allen Seiten kräftig an, bis sich eine goldbraune Kruste gebildet hat. Dieser Vorgang dauert etwa 8 bis 10 Minuten und ist entscheidend für die Aromabildung. Die Maillard-Reaktion, also die Bräunung, erzeugt komplexe Geschmacksstoffe.

4. Tim Mälzers Trick mit der Temperatur

Hier kommt der entscheidende Kniff von Tim Mälzer: Nachdem das Fleisch angebraten ist, gießen Sie den Weißwein und die Gemüsebrühe in den Bräter. Geben Sie die Butter in kleinen Stücken dazu. Decken Sie den Bräter mit dem Deckel ab und stellen Sie ihn in den vorgeheizten Ofen. Reduzieren Sie sofort die Temperatur auf 140 Grad Celsius. Bei dieser niedrigen Temperatur gart das Lamm nun langsam für etwa 2 Stunden. Die Flüssigkeit im Bräter sorgt für eine feuchte Garumgebung, die das Fleisch saftig hält.

5. Kontrolle der Kerntemperatur

Nach etwa 90 Minuten sollten Sie beginnen, die Kerntemperatur des Fleisches zu überprüfen. Stechen Sie dafür das Fleischthermometer in die dickste Stelle der Keule, ohne dabei den Knochen zu berühren. Für rosa gebratenes Lamm streben Sie eine Kerntemperatur von 60 bis 62 Grad Celsius an. Für medium sollte das Thermometer 65 bis 68 Grad anzeigen. Dies ist der präziseste Weg, um perfekt gegartes Fleisch zu garantieren.

6. Ruhezeit einhalten

Sobald die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist, nehmen Sie den Bräter aus dem Ofen. Wickeln Sie die Lammkeule in Alufolie ein und lassen Sie sie mindestens 15 Minuten ruhen. Während der Ruhezeit verteilen sich die Fleischsäfte gleichmäßig im gesamten Stück. Dieser Schritt wird oft unterschätzt, ist aber absolut entscheidend für ein saftiges Ergebnis. Schneiden Sie niemals sofort in das heiße Fleisch, sonst läuft der kostbare Saft aus.

7. Sauce zubereiten

Während das Fleisch ruht, bereiten Sie aus dem Bratenfond eine köstliche Sauce zu. Gießen Sie die Flüssigkeit aus dem Bräter durch ein Sieb in einen Topf. Erhitzen Sie sie und lassen Sie sie bei mittlerer Hitze einkochen, bis sie leicht eindickt und die Konsistenz einer Sauce erreicht. Schmecken Sie mit Salz und Pfeffer ab. Falls die Sauce zu dünn ist, können Sie sie mit etwas kalter Butter aufmontieren. Das Aufmontieren bedeutet, kalte Butterstücke unter ständigem Rühren einzuarbeiten, wodurch die Sauce sämig wird.

8. Tranchieren und anrichten

Entfernen Sie das Küchengarn von der Lammkeule und legen Sie das Fleisch auf ein Schneidebrett. Schneiden Sie mit einem scharfen Messer schräg zur Faser etwa 1 Zentimeter dicke Scheiben. Das Schneiden gegen die Faser macht das Fleisch zarter. Richten Sie die Scheiben auf einer vorgewärmten Servierplatte an und gießen Sie etwas von der Sauce darüber. Garnieren Sie mit frischen Kräuterzweigen und servieren Sie die restliche Sauce separat in einer Sauciere.

Helene

Tipp vom Chefkoch

Der wichtigste Tipp von Tim Mälzer ist die drastische Temperaturreduktion nach dem Anbraten. Viele Hobbyköche machen den Fehler, das Fleisch durchgehend bei hoher Hitze zu garen, was zu trockenem Fleisch führt. Die niedrige Temperatur von 140 Grad garantiert zartes, rosa Fleisch. Investieren Sie unbedingt in ein zuverlässiges Fleischthermometer, denn nur so können Sie die perfekte Garstufe exakt treffen. Ein weiterer Profi-Trick ist es, die Lammkeule bereits am Vortag zu marinieren und über Nacht im Kühlschrank ziehen zu lassen. Nehmen Sie das Fleisch dann 2 Stunden vor dem Braten aus dem Kühlschrank, damit es Raumtemperatur erreicht. Kaltes Fleisch direkt aus dem Kühlschrank gart ungleichmäßig.

Weinbegleitung zum Osterlamm

Zu diesem aromatischen Lammgericht empfiehlt sich ein kräftiger Rotwein mit guter Struktur. Ein Châteauneuf-du-Pape aus der südlichen Rhône passt hervorragend, da seine würzigen Noten die Kräuter in der Marinade aufgreifen. Alternativ harmoniert ein Bordeaux aus der Appellation Pauillac wunderbar mit dem intensiven Lammgeschmack. Die Tannine des Weins ergänzen die Röstaromen der Kruste perfekt.

Wer einen deutschen Wein bevorzugt, kann zu einem kräftigen Spätburgunder aus Baden oder der Pfalz greifen. Achten Sie darauf, dass der Wein im Barrique ausgebaut wurde, um genügend Körper für das Lamm zu haben. Servieren Sie den Rotwein bei etwa 16 bis 18 Grad Celsius.

Zusätzliche Info

Das Osterlamm hat eine jahrhundertealte Tradition in der christlichen Kultur und symbolisiert Jesus Christus als Lamm Gottes. In vielen europäischen Ländern ist gebratenes Lamm das traditionelle Hauptgericht am Ostersonntag. Während in Deutschland oft ein süßes Osterlamm aus Biskuitteig gebacken wird, steht in Frankreich, Italien und Griechenland das herzhafte Lammfleisch im Mittelpunkt des Festessens.

Tim Mälzer hat diese Tradition aufgegriffen und mit seiner modernen Kochtechnik verfeinert. Der in Hamburg geborene Koch ist bekannt dafür, klassische Gerichte zu entmystifizieren und für Hobbyköche zugänglich zu machen. Seine Fernsehsendungen und Kochbücher haben Millionen Menschen inspiriert, sich an anspruchsvollere Rezepte heranzuwagen.

Lammfleisch ist nicht nur geschmacklich besonders, sondern auch ernährungsphysiologisch wertvoll. Es enthält hochwertiges Eiweiß, Eisen, Zink und B-Vitamine. Das Fleisch junger Lämmer ist besonders zart und mild im Geschmack. In Deutschland stammt Lammfleisch oft aus regionaler Produktion, etwa von den Deichlämmern aus Norddeutschland, die durch das salzhaltige Gras der Deiche ein besonderes Aroma entwickeln.

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