Klassische Rinderrouladen wie bei Oma, so werden sie butterzart nach 2 Stunden Schmoren

Klassische Rinderrouladen wie bei Oma, so werden sie butterzart nach 2 Stunden Schmoren

Die klassischen Rinderrouladen gehören zu den beliebtesten Traditionsgerichten der deutschen Küche. Nach zwei Stunden sanftem Schmoren (langsames Garen in Flüssigkeit bei niedriger Temperatur) werden die dünnen Fleischscheiben butterzart und entfalten ihr volles Aroma. Dieses Rezept folgt der bewährten Methode unserer Großmütter und garantiert ein Ergebnis, das jeden Sonntagstisch bereichert. Mit einfachen Zutaten und etwas Geduld gelingt dieses herzhafte Gericht, das Fleischliebhaber begeistert.

30

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moyen

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Fleisch vorbereiten

Die Rinderschnitzel auf eine ebene Fläche legen und mit dem Fleischklopfer vorsichtig flach klopfen. Dabei darauf achten, dass das Fleisch nicht reißt. Jedes Schnitzel mit Salz und Pfeffer würzen, dann gleichmäßig mit mittelscharfem Senf bestreichen. Diese Würzung bildet die geschmackliche Grundlage der Rouladen.

2. Füllung vorbereiten

Eine Zwiebel in feine Streifen schneiden. Jede Fleischscheibe mit einer Speckscheibe belegen, darauf einige Zwiebelstreifen verteilen. Eine halbe Gewürzgurke längs auf jede Roulade legen. Die Gurke sollte nicht zu dick sein, damit sich die Roulade gut rollen lässt.

3. Rouladen rollen und binden

Die Fleischscheiben von der schmalen Seite her fest aufrollen. Dabei die Füllung gut einschließen. Jede Roulade mit Küchengarn fest umbinden, damit sie beim Schmoren ihre Form behält. Zwei bis drei Umwicklungen reichen aus. Die Enden des Garns fest verknoten.

4. Rouladen anbraten

Das Butterschmalz in einem Bräter oder einer großen Pfanne erhitzen. Die Rouladen von allen Seiten bei mittlerer bis hoher Hitze kräftig anbraten, bis sie rundherum eine schöne braune Farbe haben. Dieser Vorgang dauert etwa acht bis zehn Minuten. Das Anbraten (scharfes Erhitzen zur Bildung von Röstaromen) ist wichtig für den Geschmack der späteren Sauce.

5. Gemüse anschwitzen

Die zweite Zwiebel in Würfel schneiden. Die angebratenen Rouladen aus dem Bräter nehmen und beiseite stellen. Im verbliebenen Bratfett die Zwiebelwürfel glasig anschwitzen. Das Tomatenmark hinzugeben und kurz mitrösten, bis es duftet. Dies intensiviert den Geschmack.

6. Ablöschen und Würzen

Mit dem Rotwein ablöschen (Flüssigkeit zum Lösen der Bratensätze) und den Bratensatz vom Boden lösen. Die Rinderbrühe angießen. Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und Nelken hinzufügen. Diese Gewürze verleihen der Sauce ihr typisches Aroma. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

7. Schmoren

Die Rouladen zurück in den Bräter legen. Den Deckel auflegen und bei niedriger Hitze etwa zwei Stunden schmoren lassen. Dabei gelegentlich wenden und prüfen, ob noch genügend Flüssigkeit vorhanden ist. Bei Bedarf etwas Brühe nachgießen. Die lange Garzeit macht das Fleisch butterzart.

8. Sauce binden

Nach der Garzeit die Rouladen herausnehmen und warm stellen. Das Küchengarn vorsichtig entfernen. Die Sauce durch ein Sieb gießen, um Gewürze und Zwiebelstücke zu entfernen. Das Mehl mit etwas kaltem Wasser glatt rühren und in die köchelnde Sauce einrühren. Kurz aufkochen lassen, bis die Sauce die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

9. Abschmecken und servieren

Die Sauce mit Salz, Pfeffer und eventuell etwas Zucker abschmecken. Die Rouladen zurück in die Sauce legen und noch einmal kurz erwärmen. Auf vorgewärmten Tellern anrichten und großzügig mit Sauce übergießen. Traditionell werden die Rouladen mit Rotkohl und Kartoffelklößen serviert.

Helene

Tipp vom Chefkoch

Für besonders zarte Rouladen das Fleisch einen Tag vorher mit etwas Öl einreiben und im Kühlschrank marinieren. Die Säure im Senf und in den Gurken macht das Fleisch zusätzlich mürbe. Wer keine Wacholderbeeren findet, kann diese weglassen, verliert aber etwas vom typischen Geschmack. Die Sauce lässt sich am Vortag zubereiten und schmeckt aufgewärmt sogar noch besser, da die Aromen mehr Zeit zum Verschmelzen haben.

Passende Weinbegleitung

Zu diesem kräftigen Schmorgericht passt ein trockener Rotwein mit guter Struktur. Ein deutscher Spätburgunder aus Baden oder der Pfalz harmoniert hervorragend mit den intensiven Röstaromen. Alternativ eignet sich ein Dornfelder mit seiner fruchtigen Note. Wer lieber Bier trinkt, wählt ein dunkles Bockbier oder ein Schwarzbier, das die würzigen Aromen des Gerichts unterstreicht.

Zusätzliche Info

Die Rinderroulade ist ein klassisches Gericht der deutschen Hausmannskost, das besonders in Nord- und Ostdeutschland verbreitet ist. Ursprünglich stammt die Zubereitungsmethode aus der französischen Küche, wurde aber im 19. Jahrhundert in Deutschland heimisch. Der Begriff Roulade leitet sich vom französischen Wort rouler ab, was rollen bedeutet. Traditionell wurden Rouladen sonntags serviert, wenn die ganze Familie zusammenkam. Die Kombination aus Speck, Zwiebeln und Gurken ist typisch deutsch und unterscheidet sich von anderen europäischen Varianten. In manchen Regionen werden statt Gewürzgurken auch saure Gurken verwendet. Die lange Schmorzeit war früher praktisch, da das Gericht im Ofen garen konnte, während die Familie in der Kirche war.

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